2018 Kinderlager Kovive

Ferien mal anders verbringen! Irgendwie sinnvoll. Und mal wieder in der Schweiz. 
Diese Gedanken haben mich schon längere Zeit begleitet. Keine meiner Reisen halte ich für selbstverständlich und ich finde es unglaublich, wieviel ich von dieser Welt schon sehen durfte. Natürlich stehen auf meiner Liste noch viele weitere Reiseziele, denn alles gesehen habe ich noch lange nicht. Und doch, wenn ich so viele Male im Jahr in die Ferien gehen kann, dann ist da schon der Wunsch, auch mal Ferien für etwas Spezielles einzusetzen.
Nach einer Internetrecherche bin ich irgendwann mal beim Schweizer Kinderhilfswerk „Kovive“ (https://kovive.ch) hängen geblieben. Kovive bietet für Kinder Betreuungslösungen während den Ferien an und nebenbei auch zahlreiche tolle Lager.

Und das wars! Anfang Jahr hatte ich mich mit Kovive in Verbindung gesetzt und nach einem Gespräch hatte ich mich schlussendlich fürs Sommerlager „Mut tut gut“ entschieden. Das Lager fand vom 22. bis 28. Juli im Beatenberg in der Schweiz statt und war für Kinder von 10 bis 13 Jahren ausgeschrieben. Auf dem Programm standen viele Aktivitäten in der Natur, darunter auch eine Nacht im Wald unter freiem Himmel. Das hat mich sehr angesprochen. Zum einen vom Thema her, denn ich finde eine gute Portion Mut gehört zum Leben einfach dazu. Zum anderen hatte ich mich extrem auf das Berner Oberland gefreut und darauf, so viel Zeit in der Natur und natürlich mit den Kindern verbringen zu können. Ich mag es gern turbulent und aktiv, das ist bei einem Kinderlager definitiv gegeben 🙂

Zum Vorbereiten gab es dann doch noch einiges, aber die Motivation war definitiv gegeben. An einem Vorbereitungstag hatte ich bereits das Leiterteam kennen gelernt und mich daher noch mehr aus Lager gefreut, denn das hat sehr gut gepasst. Das Lager sollte mit erlebnispädagogischen Inhalten gefüllt sein, dazu hatten wir Unterstützung von zwei Lagerleitern von Drudel 11 (https://www.drudel11.ch), welche sich in diesem Bereich gut auskennen. War für mich definitiv spannend, dass alles zu sehen und so auch wieder neues kennen lernen zu können.

Die Tage waren schlussendlich intensiv; in der Regel war man vom Morgen früh bis Abends spät im Einsatz, aber es hat einfach total Spass gemacht. Highlights waren zum Beispiel ein Tag im Wald, an dem die Kinder am Fels klettern konnten und auch ein super Wald-Buffet für das Mittagessen herrichteten. Ebenso ein Nachmittag in der Badi Interlaken und ein Besuch in den Beatushöhlen. Besonders ist mir auch die „Expedition“ in Erinnerung geblieben. Die Kinder sollten ihre Expedition mit der Nacht in Biwaks im Wald selber organisieren und leiten. Sprich dass die Leiter dann die Kinder einfach mal mehr oder weniger machen lassen. Mit verschiedenen Workshops wie „Feuer machen“, „Karten lesen“ und „Verpflegung“ haben wir sie versucht, sie darauf vorzubereiten. Danach konnte sich jedes Kind einen Bereich aussuchen; z.B. Gruppe „Weg finden“, Gruppe „Feuer machen“, Gruppe „Biwak bauen“, etc.
Es war dann extrem spannend (und teilweise geduldauftreibend) die Kinder einfach machen zu lassen und ihnen zuzuschauen. Für den Weg hatten wir Stunden gebraucht, weil sie immer wieder lange Pausen einlegten und die Karte nicht so ganz optimal lesen konnte. Fürs Essen brauchten wir ebenfalls viel Geduld, denn irgendwann ist den Kindern erst aufgefallen, dass dafür Holz gesammelt und ein gutes Feuer gemacht werden muss. Wir Leiter hatten uns an diesem Tag mehr oder weniger in die Beobachtungsposition zurückgezogen und nur ab und zu unterstützt. War wirklich sehr amüsant dem Treiben zuzuschauen 🙂
Schlussendlich war dies auch ein sehr spezielles Erlebnis für mich, hätte sonst wahrscheinlich nicht so schnell mal auf dem Waldboden unter einem Biwak geschlafen.

Rückblickend kann ich sagen, dass es extrem intensiv war. Zum einen vom Pensum her permanent zur Verfügung zu stehen und zum anderen auch, um in verschiedenen und teilweise schwierigen/mühsamen Situationen immer richtig zu reagieren (versuchen). Aber es hat mir auch einfach schlicht extrem Spass gemacht und es ist auch bei mir wieder mal so richtig eine verrückte Lagerstimmung hervorgekommen. Und wenn man die Kinder beobachtet hat, hat sich der Aufwand definitiv gelohnt! Ich würde und werde es definitiv wieder tun!

Fotos vom Kinderlager: http://www.gabis-reisen.ch/?p=12509